
Acerola
Geballte Vitamin C-Power
Bei der Acerola oder Acerolakirsche handelt es sich um einen strauchartigen Baum, der botanisch wie die Lianen zu den Malpighiengewächsen gehört. Sie ist zwar wie unsere heimische Kirsche eine Steinfrucht, aber nicht mit dieser verwandt. Die orangefarbenen bis roten Kirschen enthalten viele Samen und werden mehrmals im Jahr geerntet. Wahrscheinlich war Acerola ursprünglich auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán beheimatet. Heute wächst sie wild oder kultiviert in Südamerika, Jamaika und Brasilien.
Acerola ist die beste Quelle an natürlichem Vitamin C, die wir bislang kennen. Sie enthält 30 Mal mehr wie Orangen. Daneben sind die kleinen Früchte reich an Eisen, Calcium, Magnesium, Thiamin, Riboflavin, Niacin, ß-Carotin sowie etlichen weiteren Vitaminen und Mineralstoffen.
Funktionen:
Die Acerolafrucht fungiert als ausgezeichneter Radikalfänger und unterstützt die körpereigenen Abwehrkräfte. Der Stoffwechsel profitiert im hohen Maß von ihrer wertvollen Vitalstoffkombination. Man schreibt ihr eine vorbeugende Wirkung bei einer Vielzahl von Stoffwechselstörungen zu: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Infekte, Rheuma, Allergien, Asthma oder Diabetes.
Folgende Nahrungsmittel sind reich an Acerola:
Acerola ist bei uns als Extrakt, Saft und als Beimischung in weiteren Produkten wie Apfelsaft im Hande
Algen
Klein, aber fein
Algen sind kleine, meist nicht sonderlich ansehnliche Wassergewächse, die zwar botanisch zu den Pflanzen zählen, aber weder Stängel, Wurzeln noch Blätter besitzen. Sie treten in einer ungeheuren Artenvielfalt auf und können entweder mikroskopisch klein sein oder mehrere Meter Länge aufweisen.
Die bekanntesten Algenvertreter sind die Mikroalgen Chlorella, Spirulina und Afa, die blaugrüne Alge aus dem Klamath-See im amerikanischen Oregon. Algen sind mit die hochwertigsten Vitalstoffe, die wir bislang kennen, weil sie am Beginn der Nahrungskette stehen. Sie bieten Nährstoffe in einfachster Form, aber dafür mit sehr hohem Gehalt.
Funktionen:
Algen liefern alle essenziellen Aminosäuren, Enzyme, Vitamine wie viele der B-Vitamine, Vitamin E und Provitamin A, Mineralstoffe und Spurenelemente wie Magnesium, Calcium Eisen und Jod (außer Spirulina!), vor allem hochwertige essenzielle Fettsäuren wie y-Linolensäure und sekundäre Pflanzenstoffe. Sie sind zudem ein überaus hochwertiger Proteinlieferant und reich an Chlorophyll.
Algen gleichen das Stoffwechselgeschehen und den Säure-Basen-Haushalt aus, wirken entgiftend und unterstützen wichtige, körpereigene Substanzen in ihren Aufgaben. Sie stabilisieren das Immun- und Nervensystem, fördern die Darmfunktionalität und helfen bei der Regeneration der Haut. Der Verzehr von Afa-Algen unterstützt zudem die Gehirnfunktionen.
Folgende Nahrungsmittel sind reich an Algen:
Es gibt ein großes Angebot an verschiedenen Algen-Nahrungsergänzungen. Zudem findet der Vitalstoff vielfach Anwendung in der Kosmetik und Pharmazeutik.
Aloe
Alte "Erste Hilfe"
Die Aloepflanze, auch als Aloe vera bekannt, ist eine Sukkulente und gehört zur Gattung der Liliengewächse. Sie besteht zu über 95 Prozent aus Wasser. Es gibt etwa 200 verschiedene Arten, die krautig, als Busch oder mit Stamm gedeihen. Die ursprüngliche Heimat der Aloe ist nicht bekannt. Heute findet sie sich kultiviert und verwildert an vielen Orten der Erde: von Afrika bis Ägypten, auf Jamaika oder den Kanaren. Vor allem auf den Antillen, in Venezuela oder Mexiko gibt es weitläufige Plantagen.
Auffallend sind die fleischigen, dicken und gezahnten Blätter. Bei etlichen Arten befindet sich in diesen Blättern ein gallertartiger Saft. Dieser und andere Pflanzenauszüge werden als medizinisches Heilmittel schon lange in verschiedenen Kulturen angewendet. Bereits bei den Mayas oder in den Schriften der Hildegard von Bingen taucht die Aloe auf. Auch unsere Urgroßmütter kannten sie vielleicht als hochwirksame erste Hilfe bei Hautverletzungen und Sonnenbrand.
Funktionen:
Aloe wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd, wundheilend und feuchtigkeitserhaltend auf die Haut. Sie unterstützt das Immunsystem, hilft bei der Entgiftung und stabilisiert die Zellenmembranen des Organismus. In größeren Mengen verzehrt hat sie eine abführende Wirkung.
Die saftige Pflanze verfügt dabei über ein beachtliches Vitalstoff-Reservoir: Enzyme, Mineralstoffe, Vitamine, essenzielle Fettsäuren und Aminosäuren. Bislang wurden an die 160 verschiedene, bioaktive Substanzen entdeckt. Das kraftvolle Gel der Aloe sollte nicht über einen zu langen Zeitraum und in zu großen Mengen eingenommen werden, weil es sonst zu Kalium-Verlusten führen kann.
Folgende Nahrungsmittel sind reich an Aloe:
Aloe ist heute bei uns zur innerlichen und äußerlichen Anwendung als Saft, Gel, als Zusatz in diversen Nahrungsergänzungen und in der Kosmetik erhältlich. Auch Lebensmittel werden zunehmend mit Aloe-Auszügen versetzt. Es gibt jedoch gewaltige qualitative Unterschiede, weil die Form der Verarbeitung sehr sensibel und störanfällig ist. Es ist ratsam, sich vorab über den Anteil der Aloe im Produkt und die Herkunft zu informieren.
Aminosäuren
Bausteine des Lebens
Der Begriff "Aminosäure" steht nach heutigem Wissenstand stellvertretend für jede der 22 sogenannten proteinogenen Aminosäuren oder α-Aminocarbonsäuren. Das sind kleinste Bausteine der Eiweiße, die zu den "Grundbaustoffen" des Lebens gehören.
Man unterscheidet essenzielle Aminosäuren, die der Körper selbst nicht herstellen kann, semi-essenzielle und nicht essenzielle. Die acht essenziellen Aminosäuren müssen über die Nahrung zugeführt werden, die semi-essenziellen kann der Organismus selbst bilden. Im Fall von Krankheit, Mangelernährung oder in Wachstumsphasen müssen jedoch auch die semi-essenziellen Aminosäuren von außen zugeführt werden.
Die nicht essenziellen Aminosäuren können ausschließlich selbst synthetisiert werden. Voraussetzung für eine reibungslose Proteinsynthese ist jedoch, dass die Aminosäuren immer in einem bestimmten Verhältnis zueinander im Körper verfügbar sind. Ist dies nicht der Fall, kommt es zu Stoffwechselstörungen.
Die essenziellen Aminosäuren sind: L-Valin, Methionin, L-Leucin, L-Isoleucin, Phenylalanin, L-Tryptophan, L-Threonin und L-Lysin. Methionin kann zum Großteil aus Cystein, einer semi-essenziellen Aminosäure gebildet werden. Für Kinder sind zudem L-Tyrosin, L-Arginin und L-Histidin lebensnotwendig, weil deren Körper die Aminosäuren noch nicht selbst zusammensetzen kann.
Eine weitere Unterscheidung der Aminosäuren ist ihre Form: es gibt die L- und die D-Form. Für den menschlichen Körper ist nur, mit Ausnahme von Methionin und Phenylalanin, die L-Form verwertbar. In den meisten proteinhaltigen Nahrungsmitteln liegt idealerweise die spezifische L-Struktur vor. Diese kann jedoch durch die Art der Speisezubereitung in die wertlose D-Form übergehen. Durch Hitze oder in Verbindung mit Fett, beim Frittieren beispielsweise, wandelt sich häufig die chemische Struktur.
Funktionen:
Aminosäuren sind zum einen direkter Bestandteil unserer Körperstruktur, erfüllen aber zum anderen auch spezielle Aufgaben im Stoffwechselgeschehen. Sie sind an der Immunabwehr, Entgiftung, Energiegewinnung und Hormonbildung beteiligt. Die Verstoffwechslung bestimmter Mineralstoffe und Spurenelemente kann durch die Anwesenheit einiger Aminosäuren verbessert werden. Unser Wissen um diese stoffwechselbezogenen Aufgaben ist jedoch noch im Aufbau.
Folgende Nahrungsmittel sind reich an Aminosäuren:
Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte
Antioxidantien
Die Radikalfänger
Antioxidantien sind biochemische Substanzen, die vor allem als Fänger von sogenannten "Freien Radikalen" dienen. Bislang sind nur wenige dieser antioxidativen Stoffe im Detail erforscht. Sie sind chemisch sehr verschieden aufgebaut und ihre Anzahl ist gewaltig: Derzeit gehen die Forscher von mindestens 60.000 unterschiedlichen Formen aus.
Freie Radikale sind aggressive Verbindungen, die durch ihre chemische Struktur unvollständig und somit sehr reaktionsfreudig sind. Sie werden sowohl in der Atmosphäre durch Ozon und Stickoxide, wie auch im Körper beispielsweise durch psychischen oder körperlichen Stress gebildet. Sie entstehen vor allem durch eine unvollständige Sauerstoffverbrennung oder einen gestörten Fettstoffwechsel. Nahrungsmittelrückstände, Nikotin, Alkohol, Medikamente oder eine Strahlentherapie können Auslöser sein. Ebenso kann eine zu hohe UV-Belastung ein hohes Maß an Freien Radikalen mit sich bringen.
Wir wissen, dass Freie Radikale zu physiologischen Prozessen auf natürliche Weise dazugehören. Sie werden jedoch zum ernstzunehmenden Problem, wenn sie zu zahlreich auftreten, so dass der Körper damit nicht mehr fertig wird und die Prozesse entgleisen. Man spricht dann vom "oxidativen Stress".
Die Freien Radikale sind nun in der Lage, Erbsubstanz, Zellmembranen und körpereigenes Eiweiß zu schädigen. Dies kann im schlimmsten Fall zur vorzeitigen Alterung von Gewebe und zu unkontrollierten Zellwucherungen führen. Man vermutet, dass Freie Radikale entscheidend am verstärkten Auftreten unserer "Zivilisationskrankheiten" wie Arteriosklerose, Bluthochdruck, Allergien, Rheuma und autoimmunologischen Krankheitsbildern beteiligt sind.
Funktionen:
Da der menschliche Organismus heute in einem so hohen Maß mit zerstörerischen Radikalen konfrontiert wird, ist es umso wichtiger, dass er über ein funktionales Schutzsystem verfügt, um die damit verbundenen Stoffwechselvorgänge zu regeln. Antioxidantien spielen hierbei eine wichtige Rolle. Dazu gehören, soweit wir bislang wissen, die Vitamine C und E, die Carotinoide und weitere Substanzen aus der Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe, die Minerale Selen, Zink, Mangan und Kupfer, verschiedene Enzyme wie Glutathionperoxidase oder Superoxiddismutase (SOD), das Coenzym Q10 und Schwefelverbindungen wie L-Glutathion und L-Cystein.
Aronia
Starke Farbe, große Wirkung
Die strauch- oder buschartig wachsende Apfelbeere gehört mit ihren 9 Arten zur Familie der Kernobstgewächse. Am häufigsten vertreten sind die Kahle Apfelbeere und die Schwarze Eberesche. Die Aronia ist ursprünglich in Nordamerika beheimatet. Die obstbauliche Nutzung begann zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Osteuropa. Mittlerweile wird sie jedoch überall auf europäischem Gebiet angebaut. Die Früchte sind erbsengroß, rot oder schwarz gefärbt und oft wachsartig überzogen.
Funktionen:
Aronia ist reich an Flavonoiden und Anthocyanen, Provitamin A und den Vitaminen C, B2, K und Folsäure. Sie wird bei Harnwegs-, Leber- und Gallenbeschwerden sowie Herzfunktionsstörungen eingesetzt. Aufgrund ihrer antioxidativen Wirkung wird sie bei vorzeitigen Alterungsprozessen und vorbeugend bei Arteriosklerose diskutiert.
Folgende Nahrungsmittel sind reich an Aronia:
Aroniabeeren werden entweder getrocknet oder gepresst, pur, als Saft oder Extrakt angeboten. Wegen ihrer kräftigen Farbe wird Aronia gerne als Lebensmittelfarbe zugesetzt.
Vitamin A
Die Augenpolizei
Bereits in alten Kulturen wusste man, dass Tierleber einen Stoff beinhaltet, der positiv bei Augen- und Schleimhautleiden wirkt. Anfang des 20. Jahrhunderts konnte dann das hier wirksame Vitamin A benannt und in den 30er Jahren erstmals von Karrer extrahiert werden.
Heute wissen wir, dass es sich dabei um eine Gruppe fettlöslicher Stoffe handelt, die essenziell für die Haut und das sogenannte Epithelgewebe sind. Da die biologisch wirksamste dieser Substanzen Retinol ist, bezeichnet man Vitamin A verallgemeinernd auch gerne als Retinol. Retinol findet sich ausschließlich in tierischen Organismen, welche Vitamin A aus bestimmten Pflanzenfarbstoffen, den Carotinoiden, gewinnen. Das bekannteste davon ist das ß-Carotin, das somit als Vorstufe von Vitamin A fungiert und deshalb auch als Provitamin A bezeichnet wird.
Aufgrund der nachhaltigen Wirkung auf die Haut findet Vitamin A heute vielfach in Pflegeprodukten Anwendung: sowohl in medizinischen Präparaten bei ernsthaften Hauterkrankungen wie auch in Kosmetika gegen trockene Haut und vorzeitige Hautalterung.
Vitamin A ist gegenüber Hitze relativ unempfindlich, reagiert aber auf Sauerstoff, Licht und Säure. Und: Retinol braucht Fett. Also verzehren Sie Vitamin A-haltige Nahrungsmittel stets in Verbindung mit Pflanzenöl!
Funktionen:
Schon der Name Retinol lässt auf eine seiner wichtigsten Aufgaben schließen: Es wird in der Retina, der Augennetzhaut für das Hell-Dunkel-Sehen und Unterscheiden von Farben benötigt. Zudem dient es der Intakterhaltung der dünnen Zellhaut. Davon profitiert sowohl unsere Körperaußenhaut als auch die Oberfläche aller inneren Organe. Ein Vitamin A-Mangel wird besonders auffällig, wenn die Haut betroffen ist. Die Hornzellen beginnen zu wuchern, die Haut wird schuppig und entzündet sich leicht.
Vitamin A schützt uns wirkungsvoll vor Giften und Erregern, weil es das Immunsystem stärkt und die Schleimhautbarrieren stabilisiert. Ebenso brauchen wir es für die Gesunderhaltung von Knochen, Haaren und Zähnen, da es als Wachstumsfaktor wirkt. Das Allround-Vitamin fördert die Bildung neuer Blutkörperchen und erleichtert den Einbau von Eisen in Hämoglobin. Vor allem schwangere Frauen sollten auf eine retinolreiche Nahrung achten, um ihr Ungeborenes optimal zu versorgen.
Auch wenn Sie eine Erkältung haben, braucht der Körper ein Vielfaches des Vitamins. Neuere Studien weisen zudem darauf hin, dass zwischen einer ausreichenden Vitamin A-Versorgung und dem Schutz vor bestimmten Krebserkrankungen ein Zusammenhang besteht.
Ausgeprägter Vitamin A-Mangel tritt heute nur noch in Dritte Welt-Ländern auf. Jedoch ist eine leichte Unterversorgung auch in unseren Breitengraden möglich, begründet durch Krankheiten, Gifte, Stoffwechselstörungen oder die Einnahme von Medikamenten. Retinol ist zudem bei bestimmten Stoffwechselvorgängen mit Eiweißen beteiligt, so dass eine proteinreiche Ernährung ebenfalls zum Mangel führen kann.
Eine Überdosierung kann kritisch werden, weil der Körper das überschüssige Vitamin nicht ausscheidet. Dagegen können Sie Provitamin A aus pflanzlicher Kost nicht überdosieren. Eine Provitamin-Nahrungsergänzung sollte wiederum mit größerer Vorsicht eingenommen werden, wie neuere Erkenntnisse zeigen.
Vor allem zu empfehlen:
- bei Sehproblemen bis hin zur Nachtblindheit
- bei Bindehautreizungen
- bei zu wenig Tränenflüssigkeit
- bei Infektionsanfälligkeit und Abgeschlagenheit
- bei Hauterkrankungen wie Psoriasis und Akne
- bei Schäden an Haaren und Nägeln
- bei Darmerkrankungen oder Verdauungsstörungen
- bei Leberstörungen
- bei Sinnesstörungen (Riechen, Schmecken etc.)
- für gesundes Wachstum bei Kindern und Ungeborenen
Folgende Nahrungsmittel sind reich an Vitamin A:
Leber und Lebertran, Fisch und Fischfette, Eigelb, Spinat, Feldsalat, Karotten, Pilze, Hülsenfrüchte, Mais, Kürbis, Brokkoli, Petersilie, Pfirsiche, Aprikosen, Beeren, Melonen, Milchprodukte
Biotin
Eine Frage der Haut
Der mittlerweile etwas veraltete Begriff "Vitamin H" bezieht sich auf den engen Zusammenhang zwischen Biotin und der Haut. Das zeitweise auch als B7 bezeichnete Vitamin enthält Schwefel, der die Wirkung als "Schönheitsvitamin" erklärt. Haare, Haut und Nägel enthalten ebenfalls Schwefel und brauchen eine regelmäßige Zufuhr. Biotin bietet sich physiologisch gesehen optimal an.
Bereits sehr früh eher zufällig entdeckt, wurde der Stoff ab 1930 schrittweise gezielt entschlüsselt. In der Natur kommt letztlich nur eines der acht möglichen Formen vor, das sogenannte D-Biotin.
Funktionen:
Biotin befindet sich in jeder Zelle und ist Bestandteil etlicher Schlüsselenzyme des menschlichen Organismus. Zudem fungiert es als Bindeglied zwischen dem Fett- und Kohlehydratstoffwechsel und hilft bei der Verwertung von Eiweiß. Als Wachstumsfaktor mit Wirkung auf die Zellteilung ist das wasserlösliche Biotin ebenso von Bedeutung wie bei der Energiegewinnung.
Biotin arbeitet eng mit Vertretern des Vitamin B-Komplexes wie Folsäure, Pantothensäure und Vitamin B12 zusammen. Der Körper bildet Biotin im Darm. Bei vollwertiger Ernährung und gesunder Lebensweise können wir uns recht gut selbst versorgen. Bei Funktionsstörungen des Darmtrakts aufgrund von Medikamenten oder chronischen Erkrankungen kann die Resorption jedoch so vermindert sein, dass es zu einem Mangel kommt.
Wenn viel rohes Hühnerei verzehrt würde (wir sprechen hier von richtig großen Mengen, also über Wochen bis zu zehn rohen Eiern täglich!), könnten sich ebenfalls Versorgungslücken einstellen. Im rohen Eiklar befindet sich nämlich das "Antivitamin" Avidin, das sich fest an Biotin bindet und so dessen Aufnahme aus dem Darm verhindert.
Ein Mangel kann bei Erwachsenen Erschöpfungszustände und Hautveränderungen nach sich ziehen. Bei Kindern kann er zum Milchschorf führen. Es gibt aber auch Hinweise, dass eine Unterversorgung mit dem oft so unerklärlichen "plötzlichen Kindstod" in Verbindung steht.
Vor allem zu empfehlen:
- bei Alkohol- und Nikotinkonsum
- bei Haut-, Haar- und Nagelerkrankungen
- bei Muskelschmerzen
- bei Erschöpfung und Schlaflosigkeit
- bei Depressionen
Folgende Nahrungsmittel sind reich an Biotin:
Innereien, Soja, Hülsenfrüchte, Champignons, Spinat, Spargel, Eier, Milch, Joghurt, Nüsse, Hefe, Getreide
Bor
Das verkannte Element
Gebundenes Bor in seinen komplexen Verbindungen ist bereits seit Jahrtausenden in vielen Kulturen bekannt: Die Ägypter, das Kaiserreich China und das alte Rom nutzten es zur Mumifizierung und Glasherstellung. Anfang des 19. Jahrhunderts dann als eigenständiges Element entdeckt, bedurfte es jedoch fast noch an die 100 Jahre bis es kristallin gewonnen werden konnte.
Funktionen:
Über die Wirkzusammenhänge im Körper ist bislang wenig bekannt. Es gehört zu den Spurenelementen, möglicherweise zu den essenziellen. Wir wissen, dass es als Borsäure im Körper vorkommt und vermutlich vielfältige Aufgaben im Organismus übernimmt. Der Stoff ist am Hormongeschehen beteiligt und könnte für die Hirnfunktionen gebraucht werden. Auch die Knochengesundheit profitiert möglicherweise von Bor.
Folgende Nahrungsmittel sind reich an Bor:
Bor findet sich in pflanzlichen Lebensmitteln, in Milch sowie Milchprodukten.
Borretschsamenöl
Alte Heilkunst
Borretsch (auch Boretsch) oder Gurkenkraut ist eine Gewürz- und Heilpflanze aus der Familie der Rauhblattgewächse, die ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet war. Heute wird sie jedoch auch in unseren Breiten kultiviert. Schon früh war sie Teil der Volksmedizin.
Funktionen:
Das Kraut enthält neben Gerbstoffen, Kieselsäure, γ-Linolensäure, ätherischem Öl, Vitamin C und anderen Stoffen ein Alkaloid, das in großen Mengen verzehrt, giftig wirkt. Das Öl der Borretschsamen ist jedoch frei davon, wenn es aus Kaltpressung gewonnen wurde. Der Anteil der wertvollen γ-Linolensäure ist im Borretschsamenöl sogar noch höher als beim bemerkenswerten Nachtkerzenöl.
Nahrungsergänzungen mit diesem hochwertigen Öl finden gegen Hauttrockenheit, Neurodermitis und rheumatoider Arthritis Anwendung. Ein Mangel des Organismus an γ-Linolensäure kann bei regelmäßigem Verzehr von Borretschsamenöl sehr gut abgefangen werden.
Brennnessel
Mit widerborstiger Breitenwirkung
In Mitteleuropa ist eine Vielzahl verschiedener Brennnesselarten beheimatet. Sie gehören zur Familie der Brennnesselgewächse, sind krautige Pflanzen, können je nach Standort gewaltig hoch werden und besitzen Nesselhärchen, die bei Berührung unangenehm schmerzende Hautquaddeln auslösen.
Im Garten gelten sie als Unkraut. In der Küche jedoch werden junge Brennnesseln aufgrund ihres Vitamingehalts als Salat oder Gemüse sehr geschätzt. Der unangenehmen Wirkung der Nesselhaare kann man beispielsweise mechanisch oder mittels blanchieren entgegenwirken.
Funktionen:
Die Große Brennnessel ist eines unserer ältesten Heilkräuter – hochgeschätzt und mit einem immensen Wirkungsspektrum. Sie enthält reichhaltig die Vitamine A und C, Gerbstoffe, Mineralien und Spurenelemente wie Kalzium, Kalium, Magnesium, Natrium, Eisen, Kieselsäure, ätherische Öle und weitere Vitalstoffe. Sie wirkt blutreinigend, senkt den Blutzuckerspiegel, unterstützt die Blutbildung und ist harntreibend. Das Kraut kann Schmerzen lindern, wirkt adstringierend und entzündungshemmend, vor allem bei Arthrose, Rheuma und Gicht. Sie wird erfolgreich bei Erkrankungen der Atmungs- und Harnorgane sowie des Magen-Darmtrakts eingesetzt. Ein Wurzelextrakt kann zudem bei Prostata-Beschwerden helfen.
Folgende Nahrungsmittel sind reich an Brennnessel:
Den Vitalstoff erhalten Sie frisch aus der Natur (abhängig von der Jahreszeit), als Kapseln, Dragées, in Form von Press-Saft oder als Tee.
Bromelain
Die Kraft der Tropenfrucht
Bromelain ist wie Papain ein eiweißspaltendes Enzym, gewonnen als Extrakt aus Frucht und Pflanzenteilen der Ananas. Die Heilwirkung ist schon länger bekannt und wird bereits seit Jahrzehnten therapeutisch genutzt.
Funktionen:
Bromelain wirkt bei akuten und chronischen Beschwerden entzündungshemmend sowie blutverdünnend. Bromelain stimuliert das Immunsystem und zeigt positive Auswirkungen bei rheumatoider Arthritis. Auch Sportverletzungen wie Prellungen und Entzündungen können während der Heilung nachhaltig von diesem Vitalstoff profitieren.
ß-Carotin
Treuer Begleiter des Vitamin A
ß-Carotin ist das bekannteste Provitamin A und gehört zur Gruppe der Carotinoide. Der Körper kann daraus das wichtige Vitamin A bilden. Ist Vitamin A ausreichend im Organismus verfügbar, wird überschüssiges ß-Carotin überwiegend im Fettgewebe gespeichert. Das Provitamin kann nicht überdosiert werden.
Funktionen:
Es fungiert als Coenzym an der Verstoffwechslung von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen. Zudem bildet es eine Vorstufe des körpereigenen Cholesterins, aus dem wiederum wichtige Hormone gebildet werden. Es wirkt antioxidativ, stärkt die Immunabwehr und begünstigt die Zellkommunikation. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass bereits geschädigte Zellen durch ß-Carotin daran gehindert werden können, sich in Krebszellen umzuwandeln.
Folgende Nahrungsmittel sind reich an ß-Carotin:
dunkles Blattgemüse, gelbe und orangefarbene Gemüse und Früchte
Vitamin B-Komplex
Die vielschichtige Vitamingruppe
Die Vitamine der B-Gruppe sind wasserlöslich und ähneln sich in ihren Aufgaben. Meist treten sie gemeinsam auf und ergänzen sich gegenseitig in ihrer Wirksamkeit. Einige Medikamente wie Anticida, die gegen Magengeschwüre und Gastritis verabreicht werden, zerstören diese Vitalstoffe.
Folgende Substanzen gehören zur Wirkgruppe:
- B1, auch Thiamin
- B2, auch Riboflavin
- B3, auch Niacin/-amid
- Pantothensäure, auch B5
- B6, auch Pyridoxin
- Folsäure, auch B9
- B12, auch Cobalamin
Vitamin B1 (Thiamin)
Die Nervennahrung
B1 gehört zu den Ahnen in der Vitaminforschung. Es wurde als eines der ersten Vitamine des B-Komplexes isoliert. Beriberi, eine schwere Krankheit und bereits in China seit der Zeit v. Chr. bekannt, war der Wegweiser.
Die Erkrankung wird auch "Schafsgang" genannt, da neben anderen schweren Schäden unter anderem die Beine zunehmend versteifen, so dass sich der Kranke nur noch schwankend wie ein Schaf bewegt. Sie tritt als Mangelerscheinung in solchen Regionen auf, in denen die Ernährung primär aus geschältem Reis besteht, da das lebensnotwendige Vitamin B1 vor allem im Keim, im Silberhäutchen und in den Randschichten des Korns steckt.
Durch Kochen laugt sich B1 leicht aus, Licht macht es wirkungslos. Interessant ist, dass Schweiß in Verbindung mit Thiamin und dessen vitamineigenem Schwefelgehalt für Mücken unangenehm wirkt. So kann B1 in höherer Konzentration als natürlicher Schutz vor den stechenden Plagegeistern fungieren.
Funktionen:
B1 ist an unzähligen Prozessen zur Energiegewinnung aus Kohlehydraten beteiligt. Es fungiert als Coenzym und essenzieller Baustein von über 20 Enzymen. Zudem spielt es beim Stoffwechsel von Fettsäuren und Cholesterin eine wichtige Rolle. Für eine reibungslose Reizweiterleitung zwischen den Nerven und zur Regeneration des Nervensystems nach großer Belastung brauchen wir dringend Vitamin B1. Auch das Herz profitiert nachhaltig von einer ausreichenden Thiaminversorgung.
Da B1 kaum im Organismus gespeichert werden kann, muss es über die Nahrung regelmäßig zugeführt werden. Ein echter Mangel wie bei Beriberi ist heute in unseren Breiten kaum mehr gegeben (Ausnahme: Alkoholismus). Eine schleichende Unterversorgung greift jedoch immer mehr um sich. Sie äußert sich in diffusen Beschwerden und wird durch unsere "Zivilisationskost" verstärkt.
Die industrielle Verarbeitung senkt den Vitamin B1-Gehalt in Lebensmitteln drastisch ab. Diese sind zwar nun länger haltbar, aber eben auch ihrer Nährstoffe beraubt. Da spielt auch die konsumierte Menge keine Rolle mehr. Zudem verbraucht der Körper durch die Verdauung dieser Nahrungsmittel mehr B1 als er letztlich erhält: Zucker, Auszugsmehl und Alkohol entziehen es dem Körper zusätzlich. Diese werden nicht umsonst "B1-Räuber" genannt - ein echter Teufelskreis. Mangan dagegen steigert die Verwertung von B1.
Vor allem zu empfehlen:
- bei unzureichend vollwertiger Ernährung
- bei körperlicher und geistiger Überlastung
- bei chronischen Darm- und Lebererkrankungen
- bei Diabetes
- bei hohem Alkohol-, Kaffee- und schwarzem Teekonsum
- bei Appetitmangel
- bei Müdigkeit, Reizbarkeit
- bei nachlassendem Gedächtnis
- bei Herzrhythmusstörungen
- bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße
- bei Nervenentzündungen und Nervenfunktionsstörungen
- bei Muskelkrämpfen
Folgende Nahrungsmittel sind reich an Vitamin B1:
Innereien, Schweinefleisch, Fisch, Eigelb, Mais, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Pilze, Erbsen, Zucchini, Fenchel, grünes Blattgemüse, Nüsse, Hefe, Kleie, Vollkorngetreide-Produkte und ungeschälter Reis
Vitamin B12 (Cobalamin)
Power für Vegetarier
B12 wird auch als Gruppe der Cobalamine oder als B12-Cyano-Komplex bezeichnet. Das Vitamin wird ausschließlich von Mikroorganismen produziert. Pflanzen enthalten so gut wie kein B12. Es gibt Ausnahmen, bei denen Kleinstlebewesen und Pflanzen eine Symbiose eingehen und Cobalamin bilden. Unser Wissen darüber ist aber noch lückenhaft. B12 ist die einzige natürliche Substanz, die das Spurenelement Kobalt enthält.
Entdeckt wurde das wasserlösliche Vitamin, als sich Wissenschafter intensiv mit Perniziosa beschäftigten, einer - wie wir heute wissen - durch B12-Mangel ausgelösten und lebensbedrohlichen Form der Anämie. Erste wichtige Erkenntnisse zu B12 gab es bereits Mitte der 1920er Jahre. Jedoch erst in den späten 40ern konnte der Stoff genau identifiziert werden.
Es ist wie einige andere Vertreter der B-Gruppe sehr licht- und sauerstoffempfindlich. Das bedeutet, dass ein Vielfaches des Vitamins bei der Speisenzubereitung verloren gehen kann.
Funktionen:
Cobalamin ist wie einige andere Vertreter des Vitamin B-Komplexes als Coenzym bei der Energiegewinnung aktiv. Es ist notwendige Voraussetzung für die Wirksamkeit von Folsäure und arbeitet eng mit dieser während der Blutbildung zusammen. B12 sorgt für eine gesunde Blutgerinnung, ist an einem intakten Nervenstoffwechsel beteiligt und unterstützt wie B6 die Zellaktivitäten. Somit gilt B12 als wichtiger Wachstumsfaktor.
Nach neueren Erkenntnissen der Vitaminforschung wurde Cobalamin in Kombination mit Folsäure und B6 die Senkung des Homocysteingehalts im Blut nachgewiesen. Homocystein ist nach heutigem Wissen ein möglicher Risikofaktor für Kalkanlagerungen in den Blutbahnen. Vor allem in Bezug auf die Vorbeugung von Arteriosklerose werden diese Hinweise immer wichtiger. Auch die Gelenke, Knochen und Schleimhäute betreffende Beschwerden, oft entzündlicher Natur, können vermehrt erfolgreich mit hohen, medikamentenähnlichen B12-Gaben behandelt werden.
B12 wird in geringen Mengen vom Körper selbst hergestellt, was vermutlich jedoch nicht zur Bedarfsdeckung beiträgt. Entscheidend ist, dass der Transport von Cobalamin von einer Substanz abhängt, dem sogenannten "Intrinsic –Faktor", der in der Magenschleimhaut gebildet wird. Ist der Magen durch Erkrankungen in seiner Funktion eingeschränkt, kann es langfristig gesehen zu einem B12-Mangel kommen.
Da B12 nur in tierischer Kost vorkommt, hat das weitreichende Auswirkungen auf Menschen, die sich streng vegetarisch ernähren. Das trifft nochmals verschärft auf Kleinkinder veganer Mütter zu: also auf Frauen, die keine Eier, Milchprodukte oder fermentierte Speisen verzehren. Veganerinnen brauchen dringend eine zusätzliche B12-Quelle, da eine mögliche Unterversorgung spätestens für die Kleinen zur ernsten Gefährdung werden kann. Die verfügen nämlich noch nicht über die wichtigen B12-Reserven, die ein Erwachsener angelegt hat, der sich von allen Produktgruppen ernährt. Und mit deren Hilfe er vorübergehend einen ernsthaften Mangel des wichtigen Vitamins ausgleichen kann.
Die Einnahme der Antibaby-Pille erfordert eine erhöhte Versorgung, weil B12 im Zusammenhang mit anderen B-Vitaminen vom Organismus bei der Hormonsynthese ver- und gebraucht wird.
Vor allem zu empfehlen:
- bei Störungen der Magenschleimhaut
- bei Verdauungsproblemen
- bei Anämie
- bei Nervenentzündungen
- bei depressiven Verstimmungen und Schwäche
Folgende Nahrungsmittel sind reich an Vitamin B12:
Fleisch, Innereien vor allem Leber und Nieren, Fisch, Eier, Sauerkraut, Hefe, Milch, Käse
Vitamin B2 (Riboflavin)
Für gesunde Haut
Früher wurde Vitamin B2 auch Vitamin G oder Lactoflavin genannt, weil es der Milch den Gelbstich gibt. Heute wird es als Riboflavin bezeichnet, weil der Zucker Ribose Bestandteil des Vitamins ist. Es ist in fast allen Nahrungsmitteln natürlicherseits enthalten. Licht zerstört das wasserlösliche Vitamin sehr schnell, beim Kochvorgang geht durch Auslaugen ebenfalls viel verloren. Hitze dagegen kann ihm kaum etwas anhaben.
Pellagra war früher eine chronische "Arme-Leute-Krankheit". Heute weiß man, dass hier neben einem deutlichen B2-Mangel auch ein Mangel von B3, B6 und Folsäure vorliegt. Die "Raue Haut" beginnt immer mit auffallenden Veränderungen der Hautpartien, die der Sonne ausgesetzt sind. Es entwickeln sich Entzündungen, Pusteln und Borken, begleitet von Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, seelischen Störungen bis hin zum Irrsinn.
Funktionen:
Ähnlich wie Vitamin B1 fungiert B2 als Coenzym bei der Energiegewinnung aus Zucker, beim Auf- und Abbau von Fetten und Eiweiß. Die Konzentration im Auge ist besonders hoch. Man nimmt deshalb an, dass es am Sehvorgang beteiligt ist und für die Augengesundheit eine wichtige Rolle spielt. Es unterstützt Heilungsprozesse der Haut und Schleimhäute sowie die Wirkung seines Komplexpartners B6. Die Verstoffwechslung von B3, Folsäure und Selen ist ebenfalls eng an eine ausreichende B2-Versorgung gekoppelt.
Vitamin B2 wirkt wie die Vitamine C und E als Radikalfänger, vor allem bei Schadstoffen in der Luft, indem es die Bildung des antioxidativ wirkenden Enzyms Gluthathionperoxidase unterstützt.
In diesem Zusammenhang ist eine weitere wichtige Fähigkeit des Riboflavins zu nennen, nämlich die Entgiftung des Organismus. Riboflavin kann in kleinen Mengen im Darm gebildet werden. Je ballaststoffreicher die Ernährung ist, desto höher ist die eigene Produktion. Wenn Sie häufig eiweißhaltige Speisen verzehren, steigt neben dem Bedarf an Vitamin A auch der des B2. Vor allem schwangere Frauen sollten auf eine ausreichende Versorgung achten, damit sich das Ungeborene geschützt entwickeln kann.
Vorsicht jedoch bei Diäten oder wenn Sie wegen Milchintoleranz auf Milchprodukte verzichten. Es kann sich möglicherweise ein schleichender Mangel einstellen. Stress und die Einnahme bestimmter Medikamente können die Resorption generell verschlechtern.
Schwere Mangelerscheinungen, wie sie durchaus noch in der Dritten Welt auftreten, gibt es in unseren Breitengraden kaum mehr. Eine leichte Unterversorgung dürfte allerdings nichts Ungewöhnliches sein, kommt sie doch meist wenig spezifisch daher, so dass eine genaue Zuordnung schwierig ist. Zumal viele von uns die Probleme der "Zivilisationskost" zu spüren bekommen: die Folgen einer Ernährung aus behandelten, raffinierten Lebensmitteln, die ihres natürlichen B2-Gehalts beraubt sind.
Vor allem zu empfehlen:
- bei Müdigkeit und Unlust
- bei depressiven Verstimmungen
- bei Halsschmerzen, rissigen und rauen Mundwinkeln
- bei Entzündungen im Mund
- bei geröteter, schuppender Haut
- bei Darmstörungen wie Sprue und Zöliakie
- bei Migräne und Muskelkrämpfen
- bei Augenbeschwerden
Folgende Nahrungsmittel sind reich an Vitamin B2:
Fleisch, Leber, Fisch, Eier, Spinat, Pilze, Kartoffeln, Brokkoli, Vollkornprodukte, Hefe, Mich, Käse
Vitamin B3 (Niacin)
Der Energiespender
B3 tritt als Nikotinsäure oder Nikotinsäureamid auf, daher auch der Begriff "Niacin". Beide Stoffe sind aber nicht mit dem Nikotin des Tabaks zu verwechseln! Entdeckt wurden sie bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ihre wichtige Bedeutung im Stoffwechsel entschlüsselten Forscher jedoch erst ab den späten 1930ern.
In Europa führte die Einfuhr von Mais nach der Entdeckung Amerikas verstärkt dazu, dass sich die einfache Bevölkerung fast ausschließlich davon ernährte. Das Gemüse enthält zwar Niacin, jedoch in einer ursprünglichen und für den Menschen so nicht verwertbaren Form. Es muss erst "aufgeschlossen" werden, um das darin enthaltene Vitamin für den Organismus zugänglich zu machen. Die gravierende Mangelerkrankung Pellagra wurde daraufhin zur grassierenden "Arme Leute-Krankheit".
In Zentralamerika jedoch, von wo aus der Mais seinen Weg nach Europa fand, wurde von jeher der "Aufschluss" des Gemüses von den Indianern durch die traditionelle Zubereitungsart praktiziert. Außerdem wurde dort schon immer viel Kaffee getrunken, der große Mengen Niacin enthält. Pellagra verweist neben einem B2-Mangel auch auf eine massive Unterversorgung mit Niacin. Aufgrund dieses Zusammenhangs wurde Niacin ursprünglich auch als "Vitamin PPF" bezeichnet: Pellagra-Preventing-Factor.
B3 ist anders als B1 hitzebeständig und zerfällt auch bei Anwesenheit von Sauerstoff nicht. Jedoch leidet es wie viele Vitamine während des Kochvorgangs. Vor allem tierische Kost ist reich an Niacin.
Funktionen:
B3 kommt in allen lebenden Systemen vor. Es findet sich vor allem reichlich in der Leber. Niacin tritt meist gemeinsam mit Riboflavin auf und in Funktion als Coenzym, indem es am Kohlehydrat-, Protein- und Fettstoffwechsel mitwirkt. Innerhalb der Zellen greift es tief in die Steuerung des Stoffwechsels ein, unterstützt Entgiftungsprozesse und hilft bei der Reparatur geschädigter Erbinformationen. Es ist wichtiger Bestandteil antioxidativer Abläufe.
Wir brauchen Niacin für eine reibungslose Nerventätigkeit und die Funktionsfähigkeit unseres Magen-Darm-Trakts. Es verhindert die Verklumpung roter Blutkörperchen, so dass gewährleistet ist, dass das Blut immer genügend Sauerstoff transportieren kann. B3 wirkt dabei gefäßerweiternd und entkrampfend.
Es wird vom Körper in kleineren Mengen selbst gebildet, jedoch nur, wenn ausreichend B6 und Eiweiß vorhanden ist. Ein schleichender Mangel dürfte nicht ungewöhnlich sein. Er kann dann auftreten, wenn Sie sich einseitig ernähren oder mit B6 unterversorgt sind. Behalten Sie B3 auch dann im Auge, wenn Sie an einer Unverträglichkeit oder Verwertungsstörung von Eiweiß leiden.
Vor allem zu empfehlen:
- bei Kopfschmerzen und Schlafstörungen
- bei Depressionen
- bei arteriosklerotischen Durchblutungsstörungen
- bei erhöhten Blutfettwerten
- bei Entzündungen der Schleimhäute
- bei Erkrankungen des Verdauungstrakts
- bei Migräne und Bluthochdruck
- bei dauerhafter Medikamenten-Einnahme
Folgende Nahrungsmittel sind reich an Vitamin B3:
Leber, mageres Fleisch, Geflügel, Fisch, Pilze, Hefe, Kleie, Erdnüsse, geröstete Kaffeebohnen, Vollkornprodukte
Vitamin B5 (Pantothensäure)
Stoff gegen Stress
"Pan-tothen" heißt aus dem Griechischen übersetzt "überall verbreitet". Auf die Pantothensäure bezogen, meint dies sowohl ihr gehäuftes Auftreten in der Nahrung als auch die Tatsache, dass sie in jeder unserer Zellen vorkommt.
Anfang der 1930er entdeckt, beobachtete man während des 2. Weltkrieges erstmals schwere B5-Mangelerscheinungen, die es heute in dieser Form kaum mehr gibt. Die Kriegsgefangenen in Burma und Japan litten damals am Burning-feet-Syndrom, an "brennenden Füßen". Die quälende Krankheit ging mit Taubheit der Zehen und psychischen Nervenreizständen einher.
Körperliche Belastung und emotionaler Stress erhöhen den Bedarf an B5. Die Drüsen der Nebennieren können nur dann genügend stressmindernde Botenstoffe produzieren, wenn ihnen ausreichend Pantothensäure zur Verfügung steht. Deshalb hat der Vitalstoff auch den Ruf eines echten "Anti-Stress"-Vitamins.
Daneben findet die Pantothensäure heute als Hautwunder in Wundheilsalben vielfach Verwendung: bei Schürfwunden, kleinen Entzündungen an Mund und Nase, leichten Verbrennungen und Sonnenbrand. In Kosmetika wird sie ebenfalls eingesetzt, um die Haut feucht und weich zu erhalten, Hautrötungen und –reizungen zu lindern oder zu verhindern. In Shampoos und Spülungen dient B5 dazu, das Haar zu glätten, Strukturschäden auszugleichen, es generell zu schützen sowie ihm Glanz und Schimmer zu verleihen.
Funktionen:
Seine Wirksamkeit ist eng verknüpft mit Coenzym A und dessen weitreichenden Stoffwechselfunktionen. B5 ist ein wichtiger Baustein dieses Coenzyms, dessen Bedeutung erst zunehmend offenkundig wird. Es scheint sich ursächlich und hochwirksam in die so wichtige Energieversorgung der Zellen einzuklinken, indem es die Fettverbrennung ankurbelt. Aber auch Kohlehydrat- und Proteinstoffwechsel brauchen den Vitalstoff. Jede Muskeltätigkeit bedarf augenscheinlich dessen Anwesenheit. Coenzym A fungiert als Vorstufe von Cholesterin, aus dem eine Vielzahl weiterer wichtiger Botenstoffe und Hormone gebildet werden.
So spielt Pantothensäure eine eminent wichtige Rolle bei vielen biochemischen Vorgängen. Es ist an Entgiftungsprozessen im Körper beteiligt, unterstützt die optimale Versorgung der Schleimhäute, die der Haare (auch deren Pigmentierung) und die der Haut.
Medikamente wie bestimmte Antibiotika-Präparate sind Gift für B5 und können mitunter Ursache für eine Unterversorgung sein. Heute tritt eine solche aber eher im Zusammenhang mit einem Mangel an anderen Vitaminen des B-Komplexes auf. Da B5 wie B3 verstärkt in tierischen Produkten vorkommt, sollten vor allem Vegetarier eine ausreichende Versorgung sicherstellen.
Vor allem zu empfehlen:
- bei schlechter Wundheilung
- bei erhöhter Infektanfälligkeit
- bei Veränderungen von Haut und Haaren
- bei Nerven- und Wachstumsstörungen
- bei Muskelkrämpfen
- bei Magen-Darm-Erkrankungen
- bei Funktionsstörungen der Niere
- bei hohem Alkoholkonsum
- bei Antibiotika-Therapien
- bei starker körperlicher Belastung
Folgende Nahrungsmittel sind reich an Vitamin B5:
Geflügel, Fleisch, Innereien, Eier, grünes Gemüse, Pilze, Blumenkohl, Mais, Nüsse, Hefe, Vollkornbrot, Milch
Vitamin B6 (Pyridoxin)
Nicht nur Schwangerschaftsdoping
Bei B6 handelt es sich um eine Vitamingruppe aus drei chemisch ineinander überführbaren Abkömmlingen, die alle die gleiche biologische Aktivität aufweisen: Pyridoxol, Pyridoxal und Pyrodoxamin, zusammen Pyridoxin. Das Anfang der 1930ger entdeckte Vitamin ist sehr licht- und hitzeempfindlich. Vor allem die zunehmende "Veredelung" unserer Nahrungsmittel schlägt hier kräftig negativ zu Buche: Ein hoher Prozentsatz des Vitamins geht beim Mahlen von Getreide oder beim Pasteurisieren von Milch verloren.
Funktionen:
B6 fungiert vielfach als Coenzym beim Auf- und Abbau von Eiweißen und spielt eine wichtige Rolle bei der Energiegewinnung. Es ist an der Bildung von Gallensäure und Hämoglobin sowie an der Regulierung einiger wichtiger Hormone wie der Sexualhormone beteiligt. Große Bedeutung hat es wie etliche andere Vitamine bei der Reizübermittlung der Nerven.
Ähnlich wie Vitamin A und Niacin spielt B6 während des Wachstumsprozesses bei Kindern und Jugendlichen eine große Rolle. Während der Schwangerschaft hat es neben Folsäure eine herausragende Bedeutung. Hintergrund ist in beiden Fällen die Wirkung des Vitamins auf die Steuerung von Zellen bei deren Spezialisierung und Teilung. Gerade für schwangere Frauen kann es durchaus sinnvoll sein, unter ärztlicher Aufsicht ein B6-Präparat einzunehmen.
Ein gesundes Immunsystem braucht B6. Das wasserlösliche Vitamin wird zudem bei der körpereigenen Synthese von Niacin benötigt. In Verbindung mit B12 und Folsäure ist es am Abbau der Aminosäure Homocystein beteiligt, die als Risikofaktor für Arteriosklerose gilt. Bei mangelnder Versorgung kann der Organismus die Mineralstoffe Calcium und Phosphor nicht mehr richtig aufnehmen. Die Resorption von Eisen ist dann möglicherweise ebenfalls gestört.
Ernährungsgewohnheiten wie nährstoffarme Kost oder der Verzicht auf Eiweißprodukte, die Einnahme von Medikamenten oder der Antibaby-Pille erhöhen den Bedarf an Pyridoxin. Echte Mangelerscheinungen treten in unseren Breiten kaum mehr auf, aber eine leichte Unterversorgung dürfte recht häufig sein. B6 kann aus tierischen Nahrungsmitteln gut, aus pflanzlichen weniger gut verwertet werden. Auch hier gilt für Vegetarier: Achten Sie bei Ihrer Ernährung auf ausreichend B6.
Vor allem zu empfehlen:
- bei Menstruationsbeschwerden
- während der Schwangerschaft
- Hautkrankheiten und Schleimhautveränderungen
- bei Verdauungsstörungen
- bei Nervenentzündungen
- bei Funktionsstörungen der Leber
- bei Depressionen und Schwindel
- nach Narkosen
- bei Migräne und Infektanfälligkeit
- bei langandauernden Medikamentengaben
- bei Anämie
- bei erhöhten Homocysteinwerten im Blut
Folgende Nahrungsmittel sind reich an Vitamin B6:
Fleisch, Innereien, Geflügel, Seefisch, Kartoffeln, Soja, Avocados, Brokkoli, Kohl, Hülsenfrüchte, Bananen, Hefe, Getreide und Vollkornprodukte
Vitamin B9
siehe Folsäure (Folsäure)
Calcium (auch Kalzium)
Der Knochenverstärker
Calcium ist ein essenzieller Bestandteil belebter Materie. Es ist das fünfthäufigste Element der Erdkruste und kommt dort nur in gebundener Form vor. Kalkstein, Marmor oder Kreide enthalten reichlich Calcium. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde es erstmals von Sir Davy gewonnen.
Die Bioverfügbarkeit von Calcium ist sehr unterschiedlich. Am besten kann es aus Milchprodukten aufgenommen werden. Eine zu hohe Dosierung hat ernsthafte Nebenwirkungen: Also verabreichen Sie bitte mit Maß!
Funktionen:
99 Prozent des im Körper gebundenen Calciums befinden sich in Zähnen und Knochen. Es verleiht diesen Stabilität und die notwendige Härte. Zudem dienen die Knochen als Calcium-Speicher, der in Notzeiten aktiviert und für anstehende Aufgaben verwendet werden kann. Das Mengenelement ist an der Blutgerinnung, am Stoffwechselgeschehen in Verbindung mit spezifischen Enzymen sowie Hormonen beteiligt und unterstützt die Stabilisierung der Zellmembranen. Es spielt während der Reizübertragung im Nerven- und Muskelsystem eine entscheidende Rolle.
Bei starker Sonneneinstrahlung kann sich Calcium schützend auf die Haut auswirken. Vor allem bei Sonnenallergie und Mallorca-Akne vermag ein Calcium-Präparat als natürliches Antihistamin vorbeugend helfen.
Kinder, junge Frauen, Schwangere und Stillende sowie Senioren sollten gezielt auf eine ausreichende Calsium-Versorgung achten. In diesem Zusammenhang muss die Vitamin D-Zufuhr ebenfalls berücksichtigt werden, weil diese die Calcium-Resorption aus dem Darm steigert und dessen Einbau in die Knochenmasse fördert. Verschiedene Hormone wie Parathormon regeln auf unterschiedliche Weise den Ein- und Umbau von gelöstem in gebundenes Calcium und umgekehrt.
Calcium und Magnesium müssen im Körper in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Vereinfacht gesagt ist ersteres für die Anspannung - primär von Muskeln - und zweiteres für die Entspannung zuständig. Liegt ein Ungleichgewicht vor, kommt es zu Muskelkrämpfen. Dabei sollten jedoch beide Minerale zeitlich getrennt voneinander verabreicht werden, weil sie sich während der Aufnahme gegenseitig blockieren.
Hoher Eiweißverzehr, Speisesalz, Kaffee und Alkohol begünstigen die vermehrte Ausscheidung des wichtigen Minerals. Manche Stoffe wie Phytinsäure in Hülsenfrüchten, Mais oder Soja hemmen die Aufnahme von Calcium. Eisen und Kupfer behindern die Verstoffwechslung. Ein Überschuss kann jedoch zu Zinkmangel führen.
Vor allem zu empfehlen:
- bei hohem Konsum von Kaffee und Alkohol
- bei geringem Verzehr von Milchprodukten
- bei erhöhtem Risiko von Osteoporose
- bei Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen
- bei Sonnenallergie
- bei Muskelkrämpfen und Nervenfunktionsstörungen
- bei Blutgerinnungsstörungen
- während der Schwangerschaft und Stillzeit
- bei Kindern während des Wachstums
- bei bestimmten Medikamenten, die die Calcium-Zufuhr blockieren oder die Aufnahme von Vitamin D behindern
Folgende Nahrungsmittel sind reich an Calcium:
Brennnessel, Grünkohl, Brokkoli, Petersilie, Kresse, getrocknete Feigen, Samen wie Mohn und Sesam, Haselnüsse, Milchprodukte v.a. Hartkäse
Carotinoide
Farbige Radikalblocker
Carotinoide sind hellgelbe bis rote, fettlösliche Pflanzenfarbstoffe in Früchten, Wurzeln und Blättern. Einige von ihnen wie das ß-Carotin werden von tierischen Organismen in Vitamin A umgewandelt. Bislang sind uns bereits über 500 dieser sekundären Pflanzenstoffe bekannt.
In der Nahrungsmittelindustrie haben Carotinoide ihren festen Platz: Winterbutter und Margarine sind oft ordentlich damit aufgepeppt.
Funktionen:
Lycopin, Lutein und Zeaxanthin sind die bekanntesten Vertreter. Lycopin, das sich vor allem in Tomaten findet, besitzt die stärkste antioxidative Wirkung, die wir bislang kennen. Lutein und Zeaxanthin schützen die Netzhaut des Auges und beugen Organschäden wie dem Grauen Star vor.
Chlor
Nicht nur Schwimmbad-Erinnerung
Bei Chlor handelt es sich um einen sehr reaktionsfreudigen Stoff, der deshalb in der Natur nur in gebundener Form vorkommt. Er ist Bestandteil der Erdkruste und kommt in großen Salzlagerstätten vor. Bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entdeckt, findet Chlor heute vor allem in der chemischen Industrie, als Desinfektions- und Bleichmittel Anwendung.
Funktionen:
Physiologisch gesehen, spielt Chlorid als essenzieller Mineralstoff eine wichtige Rolle. Die Form, über die Chlor überwiegend aufgenommen wird, ist Kochsalz (Natriumchlorid). Wir brauchen es, um Magensäure zu produzieren und den osmotischen Druck, also die optimalen Druckverhältnisse in und zwischen den Zellen, zu gewährleisten. Auch bei der Nervenimpuls-Weiterleitung ist es beteiligt.
Ein Mangel ist nicht bekannt. Eine Überversorgung ist bei unseren heutigen Ernährungsgewohnheiten wahrscheinlicher, weil viele Lebensmittel reichlich Salz enthalten. Vor allem Personen mit hohem Blutdruck sollten auf ihren Salzkonsum achten und verstärkt auf unbehandelte und dosiert gesalzene Kost umsteigen.
Wenn Sie jedoch viel schwitzen, behalten Sie eine ausreichende Chloridsalz- und Flüssigkeitszufuhr im Auge, weil ein Mangel definitiv zum ernsten Problem werden kann.
Chondroitin
Der Knorpelstabilisator
Chondroitin ist wie Glucosamin ein natürlicher Bestandteil des menschlichen Knorpels und verhilft diesem zu seiner spezifischen Eigenschaft und Stabilität als Knorpel. Kann Chondroitin seine Funktion nur noch unzureichend erfüllen, kann es teilweise zu massiven Gelenkschmerzen mit möglichen entzündlichen Folgeerscheinungen oder zur Knorpelabnutzung kommen. Der Vitalstoff findet sich auch in Sehnen, der Haut und dem Bindegewebe.
Chondroitin wird therapeutisch vor allem in Verbindung mit Glucosamin bei Gelenkbeschwerden und Arthrose angewendet.
Chrom
Der Newcomer
Das Wort „Chroma“ - griechisch "Farbe" - gab diesem Stoff den Namen. Seine bunten Verbindungen dienen schon lange zur Pigmentierung von Lacken und Farben. Zwar stieß Lehmann bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf Chrom, konnte es aber durch eine Fehlinterpretation seiner Ergebnisse nicht identifizieren. Erst kurz vor der darauffolgenden Jahrhundertwende wurde das erste elementare Chrom durch Vauquelin gewonnen. Heute fungiert das Mineral zudem als Legierungs- und Verchromungselement.
In elementarer Form spielt Chrom im menschlichen Körper keine Rolle. Seit einiger Zeit wird jedoch gebundenes Chrom und seine Funktion im Stoffwechsel diskutiert. Es ist vorhanden, aber wir wissen noch recht wenig über seine Wirkung. Es gibt Hinweise, dass es essenziellen Charakter als Spurenelement haben könnte.
Funktionen:
Chrom arbeitet bei der Kontrolle des Blutzuckerspiegels eng mit Insulin zusammen, weil es Bestandteil des sogenannten Glukosetoleranzfaktors ist. Somit nimmt es Einfluss auf die Verwertung von Kohlehydraten und Zuckern. Dies ist vor allem für Senioren oder bei einer Diabetes-Erkrankung von Bedeutung. Es kann zudem bei der Regulation des Cholesterinspiegels helfen. Möglicherweise spielt es auch im Zusammenhang mit dem Immunsystem eine Rolle.
Bei pflanzlicher Nahrung ist wie bei Selen der Bodengehalt an Chrom entscheidend: Je nährstoffreicher der Anbau, desto gehaltvoller das Nahrungsmittel. Generell werden vom Organismus jedoch nur sehr geringe Mengen an Chrom aus der zugeführten Nahrung resorbiert.
Folgende Nahrungsmittel sind reich an Chrom:
Leber, Fleisch, Eier, Champignons, Hefe, Käse, Reis, Weizenkeime, Honig, schwarzer Tee
Citrus-Bioflavonoide
siehe Polyphenole
CLA
(konjugierte Linolsäuren)
Hinter dem etwas sperrigen Begriff steht eine Gruppe ungesättigter Fettsäuren, die es in verschiedenen Ausprägungen mit unterschiedlicher biologischer Aktivität gibt.
Funktionen:
CLA hat sich in jüngster Zeit vor allem als Schlankheitsmittel und beim Muskelaufbau einen Namen gemacht. Es gibt Studien, die aufzeigen, dass sich mit Hilfe von CLA der Körperfettanteil reduzieren, gleichzeitig die Muskelmasse erhöhen und die Cholesterinwerte verbessern lassen können. Jedoch wissen wir noch wenig über mögliche Nebenwirkungen.
Cobalamin
siehe Vitamin B12
Cobalt
siehe Kobalt
Coenzym Q10
(Ubichinon) – zeitgemäßer Vitalstoff
Das vitaminähnliche Coenzym Q10 wurde erstmals 1957 von Crane isoliert. Kurz darauf konnte seine chemische Formel von Folkerts entschlüsselt werden. Die Struktur ähnelt den Vitaminen K und E. Ubichinon wird die Substanz auch deshalb genannt, weil sie (fast) "ubique" – lateinisch "überall" - in tierischen und pflanzlichen Organismen vorkommt. Die höchste Konzentration im Körper wurde im Herzmuskel gefunden.
Die Q-Enzyme treten in verschiedenen Varianten von eins bis zehn auf, wobei beim Menschen nur Q10 von erheblicher Bedeutung ist. Es findet sich reichlich in tierischer Nahrung. Der menschliche Organismus kann seinen Bedarf teilweise selbst synthetisieren. Man geht jedoch davon aus, dass diese Fähigkeit mit zunehmendem Alter abnimmt.
Da es fettlöslich ist, kann die Bioverfügbarkeit wie bei ß-Carotin durch den Verzehr von Ölen erhöht werden.
Funktionen:
Coenzym Q10 ist essenziell an der Energiegewinnung, der Funktionsfähigkeit der Zellmembranen und der Zellatmung beteiligt. Bei Herzerkrankungen und Diabetes, aber auch bei körperlichem und seelischem Stress, Umweltgiften sowie Strahlung (beispielsweise UV-Strahlen) wird Q10 vermehrt im Stoffwechselgeschehen herangezogen. Der Körper reagiert darauf nicht mit einer erhöhten Produktion, so dass eine zusätzliche Zufuhr von außen sinnvoll erscheint. Alle mit den oben genannten Faktoren verbundenen Erkrankungen reagieren positiv auf eine ergänzende Versorgung.
Zusammen mit Vitamin C, E und Selen wirkt Q10 antioxidativ. Dabei unterstützen sich die Einzelsubstanzen wechselseitig in ihrer Wirksamkeit und regenerieren sich teilweise, wie Q10 das Vitamin E. Coenzym Q10 stoppt nach aktuellen Erkenntnissen die Freien Radikale bereits in der Zellwand, noch bevor diese ihr zerstörerisches Werk in der Zelle selbst fortsetzen können. Ein immunstabilisierender Effekt wurde vielfach beobachtet.
Es gibt heute zudem Hinweise, dass sich Q10 stärkend auf die Herzleistung und deutlich verlangsamend auf das Fortschreiten von Parkinson auswirkt. Ähnlich wie eine Reihe weiterer Antioxidantien wird ihm eine vorbeugende Wirkung bei Arteriosklerose bescheinigt.
Vor allem zu empfehlen:
- bei Funktionsstörungen des Herzens
- bei Diabetes und Bluthochdruck
- generell bei Medikamentengaben
- bei einer Cholesterinbehandlung mit Statinen
- bei Zahnbetterkrankungen
Folgende Nahrungsmittel sind reich an Coenzym Q10:
Leber, Fleisch, Fisch, Eier, kaltgepresste Pflanzenöle
Vitamin C
Powervitamin für eine gesunde Abwehr
Vitamin C, auch bekannt als Ascorbinsäure, ist das gängigste Vitamin und seine Anfänge gehen bis ins Mittelalter zurück. Damals war Skorbut eine allgegenwärtige Vitamin C-Mangelerscheinung, unter der die Menschheit Jahrhunderte zu leiden hatte und die bereits die alten Ägypter kannten. Erst in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts gelang es Forschern, den Stoff in kristalliner Form zu isolieren.
Heute gibt es das Vitamin aus synthetischer Herstellung - die oben genannte Ascorbinsäure - oder als natürlichen Extrakt, beispielsweise aus der bekannten Acerolafrucht. Diese natürlichen Formen sind nach neueren Erkenntnissen vorzuziehen, um unerwünschte Wechselwirkungen der synthetischen Ascorbinsäure mit anderen Stoffen zu vermeiden. Es wird zumindest empfohlen, das "künstliche" Vitamin C stets zusammen mit Flavonoiden, einer Form sekundärer Pflanzenstoffe zu kombinieren, damit es im Körper nicht oxidiert wird.
Vitamin C reagiert äußerst empfindlich auf Licht und Sauerstoff, weshalb es dunkel, trocken und vor allem nicht zu lange gelagert werden sollte. Auch Hitze und auslaugendes Kochwasser sind dem Erhalt des Vitamins sehr abträglich. Denken Sie beim frisch gepressten Orangensaft daran: Bereits nach einer Viertel Stunde haben Sie nur noch etwa die Hälfte des gesunden Vitamins im Glas! Zudem findet Ascorbinsäure heute als Zusatz bei einigen "veredelten" Nahrungsmitteln Anwendung, wie beispielsweise in Fleisch- und Wurstwaren für eine appetitliche Farbe.
Funktionen:
Das wasserlösliche Vitamin C ist neben Vitamin E und Coenzym Q10 eines der wichtigsten Antioxidantien. Es dient dem Zellschutz, der Entgiftung des Organismus und entschärft Freie Radikale. Zudem regt es die Abwehrkräfte an, wirkt als natürliches Antihistamin bei Allergien und fördert die Aufnahme und Verwertung von Eisen.
Vitamin C schützt andere empfindliche Vitamine wie A und E vor Oxidation und regt den Zellstoffwechsel an. Die Wundheilung wird beschleunigt und es ist an der Bildung von Kollagen sowie dem Aufbau von Bindegewebe, Knochen und Zähnen beteiligt. Es kann zudem der Arterienverkalkung vorbeugen, indem es den Abbau von Cholesterin unterstützt.
Emotionaler Stress kann innerhalb kürzester Zeit in den Nebennieren gespeichertes Vitamin C komplett zerstören. Regelrechte "Vitaminkiller" sind Nikotin und Alkohol: Der Abbau des Vitamins wird im ersten Fall deutlich beschleunigt und im zweiten erhöht sich der Grundbedarf. Cortison und Aspirin hemmen die Aufnahme, Antibiotika und Schlafmittel stören die Verstoffwechslung. Achten Sie also bitte in diesen Fällen gezielt auf erhöhte Vitamin C-Gaben.
Schweren Mangel gibt es heute kaum mehr. Nur in Ausnahmefällen kann er bei Drogenkranken oder vereinzelt bei Senioren beobachtet werden. Vitamin C ist meist sehr gut verträglich und wird selten überdosiert. Sollte dies doch vorkommen, kann eine abführende Wirkung beobachtet werden.
Vor allem zu empfehlen:
- bei schweren Verletzungen
- bei Verbrennungen und Narkoseschäden
- bei chronischem Zahnfleischbluten
- bei Gelenkbeschwerden
- bei Osteoporose
- bei einer Antibiotika-Therapie
- bei Infektionen und Anfälligkeit für Stress
- bei Fehlernährung
- bei Alkohol- und Nikotinkonsum
Folgende Nahrungsmittel sind reich an Vitamin C:
Paprika, Brokkoli, Kohl, Kartoffeln, Petersilie, Zitrusfrüchte, Sanddorn, Hagebutten, Schwarze Johannisbeeren, Kiwis, Erdbeeren

